Schulkinowochen

Die Klassen 5a und 5b waren am 21.11.17 zur Schulkinowoche in Jena. Wir sahen den Film : Timm Tahler oder das verkaufte Lachen !

Die entstandenen Fotos zeigen, wie wichtig uns das Lachen ist.

Frau Sernau und Frau Braune

 

Zweistündiger Kurztrip nach Australien

Es ist Montag, der 06. November 2017, und heute findet der Englischunterricht etwas anders als sonst statt:  Die neunten Klassen der Thüringer Gemeinschaftsschule Bürgel werden in ein weit entferntes Land mitgenommen: Australien, „the land Down Under“.

Zu Gast war die ehemalige Schülerin der Bürgeler Schule, Antje Becker, die mit ihrem Mann Bill den Schülerinnen und Schülern Einblicke in das Leben in Australien, die Geschichte und Kultur des Kontinents geben wollte.

Besonders wurden die Unterschiede zu Deutschland und Europa deutlich, als über das Schulsystem und den Jahreswechsel gesprochen wurde. Australische Kinder werden bereits mit viereinhalb Jahren eingeschult und ihre Hauptfächer sind Sport, Mathematik und Englisch. Außerdem beginnt die Schule erst 9:00 Uhr am Morgen und dauert für jeden Schüler 12 Jahre. Pro Klassenzimmer gibt es zwei Lehrer und die Kinder können ihre Vertiefungsfächer selbst, je nach Interesse, wählen. Dies war ein angenehmer Gedanke für unsere Schülerinnen und Schüler, doch schnell stellte man fest: Wenn man alle Fächer nach Belieben wählt, bleibt das Allgemeinwissen auf der Strecke.

Die australische Bevölkerung lebt größten Teils nahe der Küste, weil die geografische Mitte des Kontinents aufgrund der heißen Temperaturen in der Wüste nicht bewohnbar ist. Die einzigen Menschen, die bei diesen schweren Bedingungen überleben, sind die Ureinwohner Australiens: Die Aborigines. Sie sind ein fester Bestandteil der australischen Kultur, welche sich als multikulturell bezeichnen lässt. In der ersten Zeit der Bevölkerung des Kontinents kamen vor allem Menschen aus Irland, Schottland, England und anderen europäischen Ländern, während in den letzten Jahren Menschen aus Südafrika, oder dem Nahen Osten nach Australien auswanderten, um dort auf der Flucht vor Kriegen einen Zufluchtsort zu finden. Die ehemalige englische Kolonie wird noch immer von Queen Elizabeth regiert.

Antjes Mann Bill, ein waschechter Australier mit deutschen und irischen Wurzeln, berichtete sehr anschaulich über australische Besonderheiten und typische Touristen. Besonders Jugendliche im Alter von 18-30 Jahren besuchen als Backpacker den Kontinent, arbeiten eine kurze Zeit dort und reisen von dem verdienten Geld umher. Vor allem arbeiten sie auf Farmen, pflücken Bananen, Mangos oder Tomaten, und bauen Zäune. Nach sechs Monaten Arbeit habe man als „Work-and-Traveller“ genug verdient, um rumherzureisen und das Land zu entdecken.

Die gefährlichen Tiere in Australien sind nicht nur Thema im Englischunterricht, auch Bill berichtete davon, dass man sich von den Quallen im Meer fernhalten, und den Schlangen oder Krokodilen aus dem Weg gehen sollte. Ansonsten „Schnapp, schnapp!“ – gestikulierte er. Er erklärte, dass überall Warnschilder stünden, die darauf hinweisen, dass man die Tiere nicht anfassen oder ärgern solle. Er selbst wurde auch noch nie von giftigen Tieren gebissen oder gestochen, aber er bestätigte, dass dies vor allem Touristen betreffe, die diese Warnschilder missachten.   

Besonders interessant war für die Schüler/innen, dass es an Silvester in Australien nicht gestattet ist, ein eigenständiges Feuerwerk zu zünden. Es bestehe eine zu hohe Brandgefahr, und sogenannte Feuerstürme (fire-storms) breiten sich aufgrund der starken Winde mit einer Schnelligkeit von bis zu 150 km/h aus. So kam es bereits zu verheerenden Katastrophen, wenn Menschen versuchten, vor diesen Stürmen zu flüchten. Trotzdem gibt es ein von der Regierung organisiertes, streng bewachtes Feuerwerk, und zum Weihnachtsfest kommt Santa Claus nicht auf dem Rentierschlitten, sondern auf Jetski in Bermudas mit Mütze, Bart und Maske.

Bill bemühte sich sehr, seinen australischen Akzent etwas abzulegen. Er sprach extra langsam, damit die Klassen neun ihm gut folgen konnten. Wenn es zu unverständlich war, übersetzten seine Frau Antje oder die Englischlehrerin. Wir danken Antje und ihrem Mann Bill, die trotz ihres Urlaubs die Zeit fanden, uns von ihren Erlebnissen zu berichten. Weiterer Dank gilt Frau Petra Krüger, die den Besuch überhaupt erst ermöglichte. Insgesamt hörten die Schülerinnen und Schüler der Klasse neun gespannt zu, was der seltene australische Besuch zu erzählen hatte. Sie stellten Fragen über Land und Leute, die ausnahmslos beantwortet wurden. Mehrfach wurde betont, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Jugend nutzen sollten, um zu reisen, denn vor Ort lernt man eine Sprache am besten – durch Hören und Sprechen. Die Türen stehen ihnen offen, und vielleicht wurde durch den australischen Besuch bei dem Einen oder Anderen die Reiselust geweckt.                               Lisa Lemnitzer – verantwortliche Englischlehrerin